Montag, 7. August 2017

Oberster Schweizer Bischof Charles Morerod warnt: Die Bibel nicht wörtlich nehmen!

Die Katholiken hätten früher "das gleiche Problem" gehabt wie viele Muslime heute, nämlich die Vorstellung, man solle die Heilige Schrift wörtlich nehmen.
Ein wörtliches Verständnis könne jedoch leicht im Fun-
damentalismus enden
. Früher habe man theologisch simpel gedacht - sieben Tage Schöpfungszeit, und dann war Gott fertig. Heute frage man stattdessen: "Kann dies das Wort Gottes sein?" 

Gott habe sich durch Menschen mitgeteilt, und man müsse überlegen, "was die Worte bedeuten"...  - Interview in der "Neuen Zürcher Zeitung" ---> HIER !
Klar hat er ein Stück weit recht - aber er macht es sich passend, indem er die andere Seite weglässt, nämlich die Gefahr heutiger Bibelauslegung, dass die Deutung erst recht durch Menschen gemacht ist und fast zur Beliebigkeit werden kann. Im Zweifelsfalle, wenn es ernst werden könnte mit dem Christentum, kann man so abwinken, Jesus habe das doch gar nicht wirklich so gemeint...
Ich denke, wenn man beide Gefahren zusammen sieht,
dann wird ein Schuh draus: stures wörtliches Denken ohne Nachforschen der Hintergründe kann zu Fundamentalismus bzw. sehr einseitigem Den-
ken führen. Aber alles damit erklären zu wollen, dass biblische Aussagen nur zeitbedingt zu verstehen seien, führt direkt in den theologischen Abgrund. Dann ist beispielsweise die Ehe-Auffassung Jesu auch nur ein beiläufiges Zeitdokument, aber kein klarer Auftrag mehr...

Ergänzend zu Bischof Morerod ---> HIER und ein lustiges Foto von ihm auf seiner Bistumsseite ---> HIER !